Kampenwand

Wanderung über Steinlingalm und Südhang


Kampenwand
Kampenwand

Kampenwand 1664 m

Von der Steinlingalm auf den Ostgipfel der Kampenwand sind es laut Ausschilderung 45 Minuten. Das Schild weist auch auf die erforderliche Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auf dem Kampenwandsteig hin. Das stimmt, denn es sind einige kleine Kletterpassagen dabei und einige ausgesetzte Stellen sind mit Drahtseil gesichert. Kletterausrüstung ist für den Ostgipfel nicht erforderlich, es sei denn, als Geübter würde man die Kampenwand über den Haupt- und Westgipfel bezwingen wollen. Der Pfad wird sehr häufig frequentiert und ist deshalb erodiert. Trotz Markierung haben Wanderer eigene Wege gesucht, sodass es keinen einzigen Pfad auf diesem Nordhang der Kampenwand gibt. Auffällig ist das riesengroße Gipfelkreuz, das bereits von der Steinlingalm deutlich erkennbar ist. Allmählich wendet sich der Pfad von diesem Chiemgaukreuz ab und zielt auf eine Scharte westlich davon. Diese erreichte ich dann nach wenigen kleinen Kletterstellen alsbald. Zurück bleibt der großartige Blick auf die unten gelegene Steinlingalm und über diese und den Sulten hinaus auf den Chiemsee.

Jetzt folgt auf der Kampenwand der sehr interessante Abschnitt durch die sogenannten Kaisersäle. Ich wanderte und kletterte nun durch die Felsen nach Osten. Die Überwindung der wenigen Kletterpassagen wird durch Steigbügel erleichtert. Stellenweise geben Felsspalten den Blick auf die Steinlingalm wieder frei. Im weiteren Verlauf in den Kaisersälen kommt jene beeindruckende Stelle, wo plötzlich das große Chiemgaukreuz auftaucht. Eine letzte mit Drahtseil gesicherte Stelle führt nun linksseits um den Gipfel herum. Unmittelbar danach ging ich rechts hinauf und erreichte ich den Ostgipfel der Kampenwand von Osten und über eine kleine Brücke kommend. Eine Tafel informiert über die Geschichte und die Errichtung des Chiemgaukreuzes. Es wurde aus Eisen geschmiedet, im Jahr 1950 errichtet und ist mit zwölf Metern Höhe das größte Gipfelkreuz in den bayerischen Alpen. Das Kreuz wird am Vorabend bestimmter Feiertage und zu besonderen Anlässen beleuchtet.

Die Aussichten in alle Himmelsrichtungen vom Ostgipfel der Kampenwand kann man getrost als phänomenal bezeichnen und ich kann jedem, der sich den Aufstieg zutraut, empfehlen diese Erfahrung selbst zu machen. Fast alle Wanderer kehren über denselben Pfad wieder zur Steinlingalm zurück. Ich wählte jedoch den südlichen Kampenwandsteig, um so eine Rundwanderung zu gestalten. Dazu stieg ich wenige Meter ab zu der unbeschilderten Stelle, von der ich zuvor links hinauf kam. Jetzt wanderte ich rechts über einen gut sichtbaren Pfad. Dann folgt eine sehr steile, mit Drahtseil gesicherte und nicht ungefährliche Stelle. Hier seilte ich mich quasi ab und profitierte von meinen langen Armen und Beinen. Im weiteren Verlauf ist der markierte Pfad, der auf den Raffen zuführt, jedoch unkompliziert. Vor dem Raffen erreichte ich eine ausgeschilderte Kreuzung. Hier führen die Pfade von der Steinlingalm (um die östliche Kampenwand herum) und von der Hochplatte zusammen. Ich setzte meine Wanderung dann in westliche Richtung über den Südhang der Kampenwand zur Sonnenalm fort. Ich wanderte zunächst auf gleicher Höhe, dann absteigend und teils durch Wald, teils mit Ausblick in die Täler von Schleching (Bayern) und Kössen (Tirol). Nach etwa einer Stunde seit der letzten Kreuzung erreichte ich schließlich nach einem letzten Gegenanstieg den Berggasthof auf der Sonnenalm und komplettierte damit meine abwechslungsreiche Rundwanderung über und um die Kampenwand.

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Steinlingalm
Steinlingalm
Chiemsee
Chiemsee
Kampenwand Hauptgipfel
Kampenwand Hauptgipfel
Kampenwand Ostgipfel
Kampenwand Ostgipfel